Blogarchive

Ich bin wieder hier

Ich bin wieder hier

zwar nicht in meinem Revier, obwohl, im Internet leben ja meine Freunde!

Der Tag der OP war kurz, für mich. Die OP fing 2 Stunden zu spät an, in der Zeit bin ich die Gänge auf und ab gelaufen um ein letztes mal die Welt da draußen zu sehen, bevor ich in mein Zimmer gesperrt werde. Da ich diesmal angegeben habe dass die normale "Scheißegal-Pille" bei mir nicht mehr so richtig wirkt da sich alle Neuronen in meinem Gehirn gleichzeitig drauf stürzen mich in ein Loch zu reißen gab es diesmal was besseres. Ich habe zwar dem Anästhesist nur Einsilbig geantwortet, aber ich denke für mich war das ganz gut, wenn ich an die letzten male zurück denke, die Pille war Förstergrün, wie Spinat, ekelig.

Die OP ist gut verlaufen, es gab keine Komplikationen. Eine Nachricht die mir meine Frau überbrachte da ich nach der OP noch 2 Stunden bei 35°C Körpertemperatur intubiert auf der Intensiv schlafen gelassen wurde, da waren die Chirurgen schon in der nächste OP, aber sie hatten sich viel Zeit genommen Sandra alles zu erklären. Ich habe ein Bild wie ich da lag, aber ich glaube, das ist für die meisten zuviel des guten, ich erspare es euch mal. 

Ja, mein Professoren Dreamteam ("Nr.2" ist mittlerweile auch Professor) hat es wieder geschafft und ich danke ihnen dafür, von ganzem Herzen aus tiefster Seele mit alles was ich habe, ich bin der festen Überzeugung das es mittlerweile deutlich schlechter um mich stehen würde wären sie nicht Ärzte geworden!

Die Schmerzen beim aufwachen waren sehr heftig, ich glaub es wurde 3 mal oder 4 mal Schmerzmittel nachgegeben, der Schlauch in der Nase war gefühlt so dick wie ein Daumen und ging bis in den Rachen. Mein Gott, was man alles so mitmacht. An viel mehr kann ich mich auch nicht mehr erinnern, außer die gute Nachricht, das ich meinen Fuß bewegt und angeschaut habe und die ganze Nacht fast nicht gepennt habe da der Vitalmonitor leider auf einen Blutdruck von min 100/60 eingestellt war, mein Blutdruck beim schlafen aber deutlich drunter liegt "Einschalfen, PIEP, wach, einschlafen *PIEP* wach, einschlafen *PIIIIEP* ..." und die ganzen Schläuche an Körperstellen wo keine Schläuche hingehören und Infusionen und und und, wer auf einner Intensivstation gut schläft ist tot.

Apropos Tod, mein Bettnachbar auf der Intensiv, aus der vierten Etage vom Baugerüst auf den Kopf gefallen .. überlebt. Aber ob es dass noch wieder Wert wird, ich habe starke Zweifel. Spontan wünschte ich ihm es wäre der achte Stock gewesen. Es mag durchaus Menschen geben die so leben wollen und ich weiß ZUM GLÜCK nicht wie ich es fände, aber, jetzt, heute, in meiner Situation, mit dem Gedanken dann so kaputt zu sein ... ich glaub ich würde mir wünschen ich könnte noch eine Hand bewegen um mich irgendwie selbst aus dem Leben schießen zu können.

Nachdem er Physiotherapie bekommen hat war ich dran. An die Bettkante setzen *HALT ACHTUNG DIE KABEL, NICHT SO SCHNELL*, Füsse runter, gerade halten, geradeaus schauen, wie fühlt es sich an? Es kribbelt im Fuß und das gefällt mir gut :)

Oh, da ist ja noch ein Kabel *Das wollte ich nicht wissen!* ... wieder hinlegen. 

Danach ging es von der Intensiv auf die Normalstation wo mich auch Prof Nr.1 kurz besucht hat, er hat mir auch nochmal erzählt das alles gut gelaufen ist. Er erklärt es sehr technisch, wie ein Handwerker, damit komme ich aber sehr gut klar, kein rumgedrösel mit irgendwelchen Fachwörtern. Bohrer, Säge, Schneiden, rein geschlagen ... "ich habe hier ein Foto, wollen sie es mal sehen?"

Ich lehnte es dann ab, weil, ich habe mal bei dem Hersteller der Prothese auf der Internetseite in dem Bereich für die Ärzte rum geschnüffelt, habe mir die Werkzeugkoffer angeschaut und da war eine Beispielanleitung bei und so ein umgeklapptes und aufgeklapptes Knie *würg* .. ne, geht so, danke! Aber meinen Eimer mit den alten Teilen habe ich mitbekommen, mal schauen was ich daraus baue. Unglaublich wie schwer die Teile sind! Ich war nicht Fett, ich hatte nur schwere Metallteile!

Ja, das waren meine 3 Tage Essen bisher. Entgegen der ersten Eindrücke bei der Aufnahme scheint es doch sauber zu sein, die Putzfrauen sind sehr Gründlich, die Zimmer modern, die Schwestern und Schwester*innen sind nett, mein Bettnachbar auch.

 

Das war es für heute, leider hatte ich niemanden dabei der ein erstes Foto vom aufstehen machen konnte, aber, hier ein Foto von heute, leicht verpeilt und verschlafen.

 

Gute Nacht, euer .. Robin

Wir benutzen Cookies
Ich benutzen Cookies auf unserer Website. Alle von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, ich benutze keine Tracking Cookies. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.