Heute war meine Frau für die Firma unterwegs und ich hatte das Auto Zuhause.
Nachdem ich einmal alle Steuergeräte ausgelsen habe dachte ich mir, eine Probefahrt kann auch nicht schaden, gesagt, getan, Auto fahren geht :D *Aber wir verratem das jetzt keinem!*
Einmal auf der Arbeit vorbeigeschaut, mit 4 Kollegen bischen geschnackt, wieder nach Hause, nochmal Auto ausgelesen, alles gut. Die Parksensoren machen merkwürdige Sachen, da weiß aber noch nicht wie / wieso / unter welchen Umständen. Das macht die Fehlerbeschreibung für die Vertragswerkstatt schwierig, die "Gurke" hat schließlich noch Garantie. Also, nicht mein Problem! Nur der Fehler sollte halt da sein oder zumindest erklärbar wann und wie er auftritt.
Eine zweite Fahrt, der Mensch braucht "Nahrung", was man so an Nahrung um 20:15 findet, meist in Form von Burgerläden. Also bewegte ich mich Richtung Porta.
Man kann ja mittlerweile per App an den Tisch bestellen, was die meisten Mitarbeiter der Burgerkette sehr verwirrt, für mich mit Unterarmgehstützen sehr praktisch.
Mir gegenüber saß ein ca. 55 jähriger Mann, Handwerker, sein Tablett schon zusammengeräumt und sowohl das Essen als auch das Getränk schon leer. Bei einem Blickkontakt lächelte ich ihn nett an, ihm fiel es schwer.
So aß ich mein Fastfood Kram mit der wirklich geilen Senfsoße, wollte grad aufstehen und den Mitarbeitern am Tresen sagen das ich Tisch 5 nicht abräumen könnte, da stand er auf und sagte "Ich bring das für sie weg, können sie ja schlecht" Ich bedankte mich höflich, er hilt noch die Tür auf und draußen fragte er "Was haben sie denn gemacht? Unfall?" Ich glaube es gibt viele Menschen die es bereuen das ich so offen rede, Gespräche wären oft kürzer würde ich einfach "Ja, Unfall, verdammte Motorräder!" sagen. Doch das tue ich nicht und so sagte ich ihm kurz und knapp "Vor 27 Jahren Krebs, taugt alles nicht, jetzt hab ich nen neuen halben Meter Metall im Bein, aber läuft gut." "Da hat es sie aber früh erwischt!" "Naja, 13 - 14 .. bin jetzt 40" "40, dass hätte ich nicht gedacht, maximal mitte 30 ... gut gehalten" *DANKE, you made my Day! Mitte 30 :) Ich freu mich* "Man tut was man kann"
Da erzählte er mir das es ihn an seinen Vater erinnert, Prostata Krebs, wurde operiert doch er ist nie zur Nachsorge gegangen. Aufgrund von Problemen nach einem Jahr, Knochenbruch in der Hüfte zum Arzt, kompletter Körper voll, gestreut, überall ... nach 10 Tagen war er tot.
Beste Krankheit taugt nix!
Wir verabschiedeten uns, er stieg in seinen gelben Micra, in dem 2 Familienpackungen Toastbrot auf der ungeklappten Rücksitzbank lagen und er fuhr.
Man weiß nie welche Geschichten irgendwo rumsitzen! Ein Gespräch mit einem Menschen kann immer Wertvoll sein. Und falls ihr selber mal betroffen seit, oder jemanden kennt: NACHSORGE- UND VORSORGE- UNTERSUCHUNGEN KÖNNEN LEBEN RETTEN!
Euer .. (bisschen) autofahrender .. Robin