Noch sieben Tage. Der Countdown läuft, und ein weiteres Mal hab ich nicht verloren.
Wenn ich etwas plane, das weiter als drei Monate in der Zukunft liegt, ist das für mich keine normale Vorfreude – es ist eine Wette mit der Ungewissheit. In meinem Kopf tickt eine unsichtbare Uhr, deren Rhythmus ich nicht kontrolliere. Die alles entscheidende Frage ist dabei nie, ob ich will. Die Frage ist immer: Kann ich es dann noch?
Die Angst davor ist absolut real: Gibt mein Körper wieder auf, bevor das Schiff ablegt? Grätscht mir eine Verschlechterung dazwischen, kurz bevor ich die erste salzige Brise im Gesicht spüre?
Doch heute ist die Lage anders. Die Koffer stehen bereit. Ich befinde mich genau in der kostbaren Lücke zwischen den Terminen und Behandlungen. Es ist eine Zeit der bewussten Stille. Ich habe für diesen Moment entschieden, dass die medizinische Welt Sendepause hat. Solange kein Telefon klingelt, gehört dieser Augenblick allein mir und meinen Plänen.
Ich genieße das Privileg, für zwei Woche einfach nur Reisender zu sein, kein Patient. Das Zeitfenster ist offen, und ich schlüpfe durch. In meinem Kalender zählt nur noch die Route nach Norden.
Ich wünsche niemandem, diese Form von Unsicherheit jemals kennenzulernen. Aber für heute steht fest: Die Zeit hat mich nicht eingeholt. Dieses Mal habe ich gewonnen, bis zum nächsten Termin.
Euer Robin
